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Corona Pandemie: Informationen für professionell Pflegende

Die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 und die damit verbundenen COVID-19-Infektionen haben erhebliche Folgen für die Pflege älterer Menschen. Professionell Pflegende in ambulanten Diensten und stationären Pflegeeinrichtungen stehen vor einer außergewöhnlich herausfordernden Situation: die Sicherheit der pflegebedürftigen Menschen zu gewährleisten und sich selbst bestmöglich vor dem SARS-CoV-2-Virus zu schützen.

Auf dieser Seite stellen wir hierfür wichtiges Basiswissen, Handlungsempfehlungen und weiterführende Informationsquellen für professionell Pflegende zusammen. Die Seite wird kontinuierlich auf der Grundlage des aktuell verfügbaren Wissensstands und der Fragen, die uns aus der Praxis erreichen, erweitert.

Pflegende Angehörige finden auf unserem Internetportal Prävention in der Pflege ausführliche Informationen und Tipps zum Schutz vor dem Corona-Virus: Zu den Tipps für pflegende Angehörige

Sie können uns hier Ihre Fragen oder Erfahrungen im Umgang mit Corona in ambulanten Diensten oder der stationären Langzeitpflege schreiben: krisenerfahrung@zqp.de

Das sollten professionell Pflegende jetzt wissen

Was ist Corona, SARS-CoV-2, COVID-19?

Corona-Viren gehören zu einer Gruppe von Viren mit ähnlichen Eigenschaften. Beim Menschen können Corona-Viren zu unterschiedlich schweren Erkrankungen führen.

Das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 ist im Dezember 2019 erstmalig in China aufgetreten und breitet sich seitdem weltweit aus. Das Virus kann eine Erkrankung auslösen, die schwer verlaufen und unter anderem plötzlich einsetzende Beschwerden der Atemwege auslösen kann. SARS steht für Severe Acute Respiratory Syndrome, d. h. Schweres Akutes Atemwegs-Syndrom. Die Erkrankung, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst wird, heißt COVID-19, Corona Virus Disease 2019.

Weitere Informationen zum neuen Corona-Virus und der Corona-Virus-Erkrankung finden Sie in einem Steckbrief, den das Robert Koch-Institut (RKI) erstellt hat: RKI | Steckbrief

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Wie wird SARS-CoV-2 übertragen?

Nach aktuellem Wissen wird das Virus hauptsächlich über Tröpfchen zum Beispiel beim Atmen, Husten, Niesen und Sprechen und in der Luft schwebende kleinste Tröpfchenkerne (Aerosole) von Mensch zu Mensch übertragen. Aerosole können im Gegensatz zu größeren Tröpfchen längere Zeit schweben, sich im Raum verteilen und Viren so noch für längere Zeit übertragen.

Das Virus kann durch einen infizierten Menschen auch dann übertragen werden, wenn dieser keine Krankheitssymptome hat oder bevor sich Krankheitssymptome bemerkbar machen.

Das Risiko, sich anzustecken, ist stark von der regionalen Verbreitung, den Lebensbedingungen und dem individuellen Verhalten abhängig. Bei Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Menschen, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, mit dem Virus in Kontakt zu kommen als bei geringerem Abstand.  Das Ansteckungsrisiko ist dabei in kleinen, schlecht belüfteten Räumen höher als in großen, gut belüfteten Räumen und im Freien.

Auch eine Übertragung über die Hände ist theoretisch möglich. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass Corona-Viren über Gegenstände wie eine Türklinke übertragen werden (Schmier- oder auch Kontaktinfektion).

Blut, Urin und Stuhlgang infizierter Menschen gelten aktuell nicht als infektiös. Des Weiteren gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass das neuartige Corona-Virus über Lebensmittel übertragen wird.

Die Ansteckungswege werden derzeit weiter erforscht.

Laut dem RKI sind im medizinischen Bereich alle potentiellen Übertragungswege von Bedeutung und müssen durch entsprechende Maßnahmen verhindert werden.

Weitere Informationen zur Übertragung des Virus finden Sie hier:

Was professionell Pflegende tun können, um die Übertragung des Erregers möglichst zu vermeiden, lesen Sie im Abschnitt “Welche persönlichen Hygienemaßnahmen sollten professionell Pflegende zur Vorbeugung von SARS-CoV-2-Übertragungen unbedingt beachten?”

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Was ist gefährlich an SARS-CoV-2?

Das neuartige Virus SARS-CoV-2 hat sich innerhalb kurzer Zeit weltweit ausgebreitet. Die damit verbundene Erkrankungswelle hat die Weltgesundheits-Organisation (WHO) am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft.

Nach heutigem Wissensstand verläuft eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei den meisten Menschen harmlos oder sogar ganz unbemerkt. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe mit erforderlicher intensivmedizinischer Betreuung haben Personen mit zunehmendem Alter ab 50/60 Jahren und Personen mit Vorbelastungen, z. B.

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck
  • Lungenerkrankungen, z. B. Asthma, chronische Bronchitis, COPD
  • Lebererkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Krebserkrankung
  • geschwächtes Immunsystem.

Ältere und pflegebedürftige Menschen sind daher besonders für einen schweren Verlauf von COVID-19 gefährdet. Weitere Informationen zu Risikogruppen finden Sie hier: RKI | Risikogruppen 

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Virus Folgeerkrankungen und -schäden auslösen kann: Dazu zählen Gehirnhautentzündung, Herzschwäche und Nierenversagen.

Steigt die Anzahl der COVID-19-Erkrankten mit erheblichem Behandlungsbedarf sehr stark an, steht zu befürchten, dass die Kapazitäten im Gesundheitswesen, insbesondere intensivmedizinische Plätze, nicht ausreichen, um alle Patientinnen und Patienten gut zu versorgen.

In Deutschland wurden deshalb die Versorgungs-Kapazitäten so gut wie möglich angepasst. Und die international eingeleiteten Maßnahmen wie Kontakt-Beschränkungen haben vielerorts dazu beige-tragen, die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu verringern. Hierzulande sind inzwischen deutlich mehr Menschen nach einer Ansteckung wieder genesen, als aktuell infiziert sind. Weltweit steigt die Zahl der Infektionen jedoch weiterhin stark an.

Weltweit wird derzeit mit Hochdruck an einem Impfstoff und speziellen Medikamenten zur Behandlung von COVID-19 gearbeitet.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit insgesamt als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch – wobei regionale Unterschiede zu bestehen scheinen. Zudem steht das Infektionsrisiko in Zusammenhang mit den Lebensverhältnissen und dem individuellen Verhalten. Weitere Informationen zur Risikobewertung zu COVID-19 des RKI: RKI| Risikobewertung

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Wo gibt es aktuelle Zahlen zum Stand der SARS-CoV-2-Infektionen?

Eine Übersicht zu den tagesaktuellen Fallzahlen der gemeldeten COVID-19 Erkrankungen in Deutschland finden Sie hier: RKI | Fallzahlen

Eine detaillierte Darstellung der gemeldeten COVID-19-Fälle in Deutschland nach Landkreis und Bundesland finden Sie hier: RKI | Detaillierte Fallzahldarstellung

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Was sind Anzeichen einer COVID-19 Erkrankung?

Das Symptombild der COVID-19-Erkrankung ist unspezifisch, die Datenlage hierzu bisher begrenzt. Aktuelle Daten weisen auf typische Erkältungsanzeichen wie Husten, Fieber, Schnupfen, Halskratzen sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Weitere Symptome, die beobachtet wurden, sind Atemprobleme wie Kurzatmigkeit oder Luftnot bis hin zu Lungenentzündung, Kopf- und Gliederschmerzen, Störungen des Geruchs- und/oder Geschmackssinns, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung.

Aktuelle Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19 vom Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) am Robert Koch-Institut finden Sie hier: STAKOB | Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19 (PDF)

Was professionell Pflegende tun können, wenn Sie vermuten, dass sie selbst eine SARS-CoV-2-Infektion haben, lesen Sie im Abschnitt “Was sollten professionell Pflegende tun, die vermuten, mit SARS-CoV-2 infiziert zu sein?”

Was professionell Pflegende tun können, wenn Sie vermuten, dass eine pflegebedürftige Person eine SARS-CoV-2 Infektion hat, lesen Sie im Abschnitt “Was können professionell Pflegende tun, wenn sie eine SARS-CoV-2-Infektion bei einer pflegebedürftigen Person vermuten?”

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Wie wird eine COVID-19 Erkrankung festgestellt?

Die Diagnose COVID-19 durch eine wird durch einen Arzt bzw. eine Ärztin mittels Laboruntersuchung (Abstrich) festgestellt. Die Proben sollten möglichst parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden. Obere Atemwege: Nasopharynx-Abstrich oder -Spülung, Oropharynx-Abstrich. Tiefe Atemwege: bronchoalveoläre Lavage, Sputum, Trachealsekret.

Laborproben sollten schnellstmöglich nach Entnahme untersucht werden. Die Probe kann bis zu 72 Stunden bei 4°C gelagert und möglichst gekühlt versendet werden.

Weitere Informationen zum Corona-Testverfahren: RKI | Testverfahren

Aktuelle Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19 vom Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) am Robert Koch-Institut finden Sie hier: STAKOB | Hinweise zu COVID-19 (PDF)

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Was können professionell Pflegende tun, wenn sie eine SARS-CoV-2-Infektion bei einer pflegebedürftigen Person vermuten?

Einrichtungen müssen Regelungen dazu haben, wie professionell Pflegende im Einzelnen vorgehen sollen, wenn sie eine SARS-CoV-2-Infektion bei einer pflegebedürftigen Person vermuten. Diese müssen professionell Pflegende beachten.

Liegt eine solche Regelung nicht vor, sollten die Pflegenden ihre Vermutung zunächst der verantwortlichen Pflegefachperson und Einrichtungsleitung mitteilen und sachlich anhand der Krankenbeobachtung begründen.

Beim Auftreten von Atem-Problemen, Erkältungszeichen oder Fieber bei pflegebedürftigen Personen ist der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin zeitnah zu informieren. Über weitere Maßnahmen entscheidet der Arzt/die Ärztin. Informationen über das ärztliche Vorgehen bei Verdachtsabklärungen finden Sie hier: RKI | Orientierungshilfe für Ärzte/Ärztinnen

Für Fragen zur Umsetzung des Infektionsschutzes bei professionell versorgten pflegebedürftigen Menschen sind die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Die Adressen können Sie hier recherchieren: RKI | Recherchetool

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Welche persönlichen Hygienemaßnahmen sollten professionell Pflegende zur Vorbeugung von SARS-CoV-2-Übertragungen unbedingt beachten?

Professionell Pflegende können das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 bei der Pflege durch persönliche Hygiene-Maßnahmen reduzieren.

Das Wichtigste ist, Regeln der Basis-Hygiene einzuhalten.

Dies sollten professionell Pflegende jetzt unbedingt beachten:

  • penible Händehygiene einhalten
  • Hände von Gesicht und Schleimhäuten fernhalten
  • Pflegebedürftige nicht anatmen, umarmen, küssen
  • dicht anliegende Mund-Nasen-Schutz-Maske tragen
  • Husten- und Niesregeln einhalten: in Papier-Taschentuch (kein Stoff-Taschentuch!) oder die Armbeuge husten/niesen, Papier-Taschentuch nur einmal verwenden und dann verwerfen
  • Räume regelmäßig lüften
  • Händeschütteln generell unterlassen
  • allgemein Kontakte auf das Notwendigste reduzieren
  • dort, wo es möglich ist, einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen halten
  • auf Reisen in Risikogebiete verzichten
  • wer eine Atemwegs-Erkrankung bzw. Erkältung hat, sollte pflegebedürftige Menschen nicht versorgen

Allgemeine Informationen zur Händehygiene finden Sie hier: Infektionsschutz.de | Hygienetipps

Ausführliche Informationen zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens finden Sie hier: RKI | Händehygiene (PDF)

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Was sollten professionell Pflegende tun, die vermuten, mit SARS-CoV-2 infiziert zu sein?

Professionell Pflegende sollen sich unverzüglich telefonisch an einen Arzt, eine Ärztin oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116 117) sowie das zuständige Gesundheitsamt wenden, wenn sie

  • persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde
  • vermuten oder wissen, dass sie mit dem Virus infiziert sind.

Das zuständige Gesundheitsamt kann über die Datenbank des RKI ermittelt werden: RKI | Recherchetool

Zudem ist der Arbeitgeber zeitnah zu informieren. Zum Einsatz von Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen unter den derzeitigen Bedingungen erhalten Sie hier detaillierte Informationen: RKI | Management von Kontaktpersonen

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Welche persönlichen Hygienemaßnahmen müssen professionell Pflegende bei der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen mit einer bestätigten oder wahrscheinlichen SARS-CoV-2-Infektion beachten?

Bei einer vermuteten oder bestätigten SARS-CoV-2-Infektion einer pflegebedürftigen Person müssen professionell Pflegende besondere Schutzvorkehrungen einhalten. Das ist außerordentlich wichtig, um sich selbst und andere vor einer Übertragung des Virus zu schützen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sollten unter anderem folgende Maßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Personen mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 umgesetzt werden:

  • Strenge Basis-Hygiene einhalten

Schutzausrüstung tragen

  • persönliche Schutzausrüstung verwenden: Schutzkittel, Einweghandschuhe, mindestens dicht anliegender, mehrlagiger Mund-Nasen-Schutz bzw. Atemschutzmaske, Schutzbrille
  • bei allen körpernahen Pflegetätigkeiten sowie im Umgang mit Aerosolproduktion Atemschutzmaske (FFP2 oder darüber hinausgehender Atemschutz) tragen; wenn FFP2-Masken nicht zur Verfügung stehen mehrlagige Mund-Nasen-Schutz-Maske tragen (Schutz gegen Tröpfchen)
  • persönliche Schutzausrüstung vor Betreten des Raumes der pflegebedürftigen Person anlegen
  • Einweghandschuhe bzw. -kittel vor Verlassen des Raumes in einem geschlossenen Behältnis entsorgen
  • Mund-Nasen-Schutz bzw. Atemschutzmaske und Schutzbrille vor Verlassen des Raumes ablegen und dort belassen
  • nach Ausziehen der Handschuhe und vor Verlassen des Raumes Hände mit einem Desinfektionsmittel mit mindestens begrenzt viruzider Wirksamkeit desinfizieren

Gegenstände und Flächen desinfizieren/reinigen

  • kontaktnahe Flächen täglich mit einem Flächendesinfektionsmittel mit nachgewiesener, mindestens begrenzt viruzider Wirksamkeit reinigen
  • Medizinprodukte mit direktem Körperkontakt (z. B. Blutdruckmanschette, Stethoskop) ausschließlich personenbezogen verwenden und nach Gebrauch desinfizieren; Transport zur zentralen Aufbereitung kontaminierter Medizinprodukte nur in einem geschlossenen, außen desinfizierten Behälter
  • in Pflegeeinrichtungen: Geschirr in einem geschlossenen Behältnis zur Spülmaschine transportieren und wie üblich reinigen; Wäsche unmittelbar am Bett in geeignete Wäschesäcke entsorgen; diesen ggf. bis zur endgültigen Entsorgung an einem dafür vorgesehenen Ort zwischenlagern

Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 finden Sie auf der Webseite des RKI: RKI | Hygienemaßnahmen

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Was ist im Umgang mit Verstorbenen zu beachten, die an COVID-19 erkrankt waren?

Grundsätzlich müssen beim Umgang mit Personen, die im Zusammenhang mit COVID-19 verstorben sind, die üblichen Maßnahmen der Basis-Hygiene eingehalten werden. Hinweise zu weiteren Maßnahmen finden Sie hier: RKI | Empfehlungen Umgang mit COVID-19-Verstorbenen 

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Welche organisatorischen Maßnahmen sollten stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen zur Prävention und zum Umgang mit COVID-19 Erkrankungen beachten?

Mit Gesundheitsbehörde und Ärzten/Ärztinnen abstimmen

  • Neuaufnahme- und Besuchsregelungen in Pflegeeinrichtungen mit der zuständigen Gesundheitsbehörde abstimmen
  • beim Auftreten von Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Atemproblemen bei Pflegebedürftigen zeitnah ärztlichen Rat einholen
  • bei Verdacht oder Feststellung einer SARS-CoV-2-Infektion bei Pflegebedürftigen oder Personal unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt, einen Arzt, eine Ärztin oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116 117) kontaktieren
  • Risiken durch raumlufttechnische Anlagen, durch die eine Verbreitung des Erregers in Aerosolen auf andere Räume möglich ist, bewerten und miniminieren

Regeln aufstellen

  • Verfahrens- und Verhaltensregelungen für Personal in der Einrichtung zur Prävention und zum Umgang mit COVID-19 Erkrankungen erstellen
  • betrieblichen Pandemieplan vorhalten; Informationen für stationäre Pflegeeinrichtungen zur Pandemieplanung finden Sie im Nationalen Pandemieplan Teil I, Kapitel 5: RKI | Nationaler Pandemieplan (PDF). Vorlagen zur Erstellung eines betrieblichen Pandemieplans finden Sie hier: bpa | Arbeitshilfen
  • Zutrittsbeschränkungen für Bereiche festlegen sowie Besuche in Einrichtungen regeln, z. B. nur in Räumen, in denen ausreichend Abstand gehalten werden kann; dabei zwischen dem Selbstbestimmungsrecht der pflegebedürftigen Menschen und den notwendigen Maßnahmen zum Infektionsschutz abwägen: grundsätzlich dürfen freiheitsentziehende Maßnahmen nur nach Anordnung eines Gerichts oder des zuständigen Gesundheitsamts aufgrund des Infektions-schutzgesetzes angewendet werden

Informieren/Aufklären

  • Personal über alle Maßnahmen der Einrichtungen und Verfahrensregeln informieren
  • Pflegebedürftige und Angehörige über Maßnahmen der Einrichtung aufklären
  • Pflegebedürftige und Angehörige aufklären und beraten, wie sie zu ihrem eigenen Schutz beitragen können
  • Hinweise zur Anwendung von Schutzausrüstung sichtbar platzieren
  • Besucher und Besucherinnen in erforderlichen Schutzmaßnahmen unterweisen: Einhalten von mindestens 1-2 m Abstand, Tragen von Schutzkittel und dicht anliegendem, mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz, Händedesinfektion beim Verlassen des Raumes
  • Aushänge anbringen; Vordrucke finden Sie z. B. hier: Infektionsschutz.de | Material zum Download und hier: DBfK | Informationen für Pflegefachpersonen

Hygiene-Maßnahmen umsetzen

  • allgemeine Hygiene-Empfehlungen für Pflegeeinrichtungen bzw. Anforderungen beachten: RKI | Infektionsprävention in Heimen (PDF)
  • Pflegebedürftige mit Atemwegs-Erkrankungen oder Fieber im Zimmer versorgen, dabei Schutzausrüstung nutzen
  • Personen mit Infektion und Personen ohne Infektion räumlich isolieren
  • infizierte pflegebedürftige Personen im Einzelzimmer, möglichst mit eigenem Bad, unterbringen
  • Zahl des involvierten Personals in Bereichen und zur Versorgung infizierter Personen auf ein Mindestmaß beschränken
  • in Pflegeeinrichtungen tägliche Wischdesinfektion der Kontaktflächen mit einem Flächendesinfektionsmittel veranlassen, z. B. Nachttisch, Türgriffe

Hygiene-Material bereitstellen

  • Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit bereitstellen; Wirkungsbereich “begrenzt viruzid”, “begrenzt viruzid PLUS” oder “viruzid”. Weitere Informationen finden Sie hier: RKI | Steckbrief COVID-19
  • Hände-Desinfektionsmittel und Einmal-Taschentücher in allen Bereichen bereitstellen
  • für Schutzausrüstung sorgen: Einmalhandschuhe, Atemmasken, Schutzkittel, Schutzbrillen; bei einem absehbaren Mangel oder fehlender Schutzausrüstung gemeinsam mit dem zuständigen Gesundheitsamt und eventuell der Heimaufsicht, den Pflegekassen oder dem MDK nach Lösungen suchen. Tagesaktuelle Hinweise des Robert Koch-Instituts zur Verwendung von Mund-Nasen-Schutz-Masken und weiter Schutzmasken finden Sie hier: RKI | Verwendung von Masken 

Personal angemessen einsetzen

  • geschultes Personal für die Versorgung von COVID-19-Patienten einsetzen
  • Anzahl der Pflegenden, die infizierte Personen versorgen, auf ein Mindestmaß beschränken
  • Umgang mit Personen, die persönlichen Kontakt zu nachgewiesen Infizierten hatten (sogenannte Kontaktpersonen), bei Personalmangel anpassen: RKI | Management von Kontaktpersonen

Schutz vor Ansteckung bei notwendigen Transporten gewährleisten

  • ist ein Krankentransport erforderlich, vor Beginn des Transports die aufnehmende Stelle, z. B. das Krankenhaus, über die Einweisung der Person und über die Verdachtsdiagnose/Erkrankung informieren
  • wenn möglich, Person mit vermuteter oder bestätigter SARS-CoV-2 beim Transport mit einem Mund-Nasen-Schutz ausstatten

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Prävention und zum Management von COVID-19 Erkrankungen in der stationären und ambulanten Pflege erhalten Sie auf diesen Seiten des Robert Koch-Instituts:

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Wie können professionell Pflegende pflegende Angehörige unterstützen?

Professionell Pflegende können pflegende Angehörige durch Information und Beratung zum Schutz vor einer Virus-Übertragung und im Umgang mit einer COVID-19 Erkrankung unterstützen. Information dazu finden Sie hier: ZQP | Tipps für pflegende Angehörige

Das ZQP hat gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersucht, welchen Einfluss die SARS-CoV-2-Pandemie auf pflegende Angehörige hat. Die Studie zu pflegenden Angehörigen in der COVID-19-Krise finden Sie unter: www.zqp.de/corona-pflegende-angehoerige/

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Wo gibt es Informationen zum Arbeitsschutz und zu arbeitsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit COVID-19?

Umfangreiche Informationen zu Fragen der Arbeitsorganisation und des -einsatzes, zum Arbeitsschutz und zu weiteren arbeitsrechtlichen Aspekten finden Sie auf der Webseite des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK).

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gibt Mitgliedsbetrieben und Versicherten Auskunft zur gesetzlichen Unfallversicherung hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, zum Beispiel zu Schutzmaßnahmen und Gefährdungsbeurteilung: BGW | Informationen zum Coronavirus

Informationen zu betriebsrelevanten Fragen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie finden Sie auf der Webseite des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung.

AKTUALISIERT am 04. August 2020

Wo erhalten professionell Pflegende psychische Unterstützung?

Professionell Pflegende sind täglich erheblichen psychischen Belastungen und Stress ausgesetzt. Das kann durch die Corona-Krise verstärkt werden. Um Entlastung zu finden, kann es hilfreich sein über Erfahrungen, Erlebnisse und Nöte zu sprechen.

Für professionell Pflegende haben daher der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Bundespsychotherapeutenkammer ein kostenlos nutzbares Beratungsangebot eingerichtet. Während der Corona-Pandemie bieten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten hierüber ehrenamtlich Telefonberatung für professionell Pflegende an.

Pflegende können über die folgende Internetplattform kurzfristig und bundesweit 30-minütige Beratungstermine buchen: DBfK | Psychotherapeutische Telefonhilfe

Für professionell Pflegende und anderes Gesundheitspersonal gibt es außerdem die Initiative „Un-ser.Ohr“, ein Netzwerk an Beraterinnen und Beratern, das niedrigschwellige und unbürokratische Hilfe für Helfende anbieten will: Initiative Unser.Ohr

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bietet kostenlose telefonische professionelle Krisenberatung für Beschäftigte und bis zu fünf kostenfreie Krisen-Coaching-Einheiten speziell für Führungskräfte:

Des Weiteren kann jeder das Beratungsangebot der Telefonseelsorge nutzen:

Telefonnummer: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

AKTUALISIERT am 04. August 2020

ZQP-Studien zur COVID-19-Pandemie

Die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 und von COVID-19 haben erhebliche Folgen für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Deutschland.

Pflegende Angehörige in der COVID-19-Krise

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin in einer Studie untersucht, welchen Einfluss die SARS-CoV-2-Pandemie bisher auf pflegende Angehörige und die häusliche Pflegesituation hat. Dafür wurden bundesweit 1.000 pflegende Angehörige zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland befragt, die seit mindestens sechs Monaten regelmäßig eine pflegebedürftige Person über 60 Jahre versorgen.

Die Pandemie stellt pflegende Angehörige vor große Herausforderungen. Rund ein Drittel der pflegenden Angehörigen erlebt eine Verschlechterung der Pflegesituation. 24 Prozent sind besorgt, die Pflege in der aktuellen Lage nicht mehr zu schaffen. Besonders belastend ist die Situation für Angehörige von Menschen mit Demenz. Und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gestaltet sich teilweise schwieriger.

Zur Studie Pflegende Angehörige in der COVID-19-Krise

Krisenerfahrung teilen

Die extremen Herausforderungen mit denen Pflegende und pflegebedürftige Menschen derzeit konfrontiert sind, werden erst in einigen Monaten vollständig überblickt sein. Dann muss aus den Erfahrungen gelernt werden. Es ist also wichtig, in den nächsten Wochen und Monaten festzuhalten, was in der Pflegepraxis erlebt worden ist und welche Sorgen bestanden, damit dieses Wissen nicht verloren geht.

Wir wollen darum im ZQP pflegebezogene Schilderungen aus der aktuellen Corona-Krise anonymisiert dokumentieren.

Schreiben Sie uns dazu einfach eine formlose E-Mail an krisenerfahrung@zqp.de

Diese E-Mail kann so lang oder kurz sein, wie Sie es für richtig halten und die Informationen enthalten, die Sie wichtig finden. Tippfehler sind kein Problem.

Der Inhalt Ihrer E-Mail wird anonymisiert gespeichert und die E-Mail anschließend gelöscht. Personenbezogene Daten von Ihnen verbleiben bei uns somit nicht.

Bitte übermitteln Sie uns keine personenbezogenen Daten Dritter – also z. B. Name, Adresse oder gar Gesundheitsdaten von einer anderen Person.

Individuelle Beratung kann über die E-Mail-Adresse leider nicht erfolgen; wir können für Sie auch leider keine konkreten Probleme vor Ort lösen.

HINWEIS FÜR BERUFLICH PFLEGENDE

Bitte schreiben Sie uns gerne zu Ihrer Schilderung, in welcher Art Einrichtung Sie arbeiten, was für eine Ausbildung Sie haben und wie lange Sie schon in Ihrem Beruf arbeiten.

HINWEIS FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE

Bitte schreiben Sie uns gerne zu Ihrer Schilderung, ob Sie mit der pflegebedürftigen Person zusammenleben, wie lange Sie diese schon pflegen, ob Sie Unterstützung, z. B. durch einen ambulanten Pflegedienst haben und ob Sie neben der Pflegeaufgabe erwerbstätig sind.

Corona-Warn-App

Mithilfe der Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts (RKI) sollen Infektionswege besser nachvollziehbar und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Verbreitung des Virus soll damit weiter verlangsamt werden. Je mehr Menschen diese App nutzen, desto effektiver funktioniert das Frühwarn-System.

Die App registriert dezentral, wenn wir uns in der Nähe anderer App-Nutzer aufhalten und informiert darüber, wenn wir Begegnungen mit nachweislich infizierten Personen hatten.

Der Download und die Nutzung der App sind freiwillig; die Identität der Nutzerinnen und Nutzer sowie die Privatsphäre sind maximal geschützt.

Die Corona-Warn-App wurde im Auftrag der Bundesregierung entwickelt. Zugang zum Download finden Sie hier: Bundesregierung | Corona-Warn-App