Ratgeber

Inkontinenz in der Pflege

Auf dieser Seite lesen Sie Informationen aus dem Ratgeber „Inkontinenz“. Den vollständigen Ratgeber können Sie kostenfrei herunterladen oder bestellen.

Inkontinenz bedeutet, wiederholt ungewollt Urin oder Stuhl zu verlieren. Dann wird entweder von einer Harn-Inkontinenz oder einer Stuhl-Inkontinenz gesprochen. Es gibt verschiedene Formen von Inkontinenz. Bei einer Belastungs-Inkontinenz geht beim Heben, Husten oder Lachen Urin unkontrolliert Urin ab. Bei einer überaktiven Blase oder Drang-Inkontinenz ist der Harn- oder Stuhldrang so plötzlich und dringend, dass die Toilette nicht rechtzeitig erreicht wird. Oft kommt bei älteren, pflegebedürftigen Menschen eine Mischung aus diesen Formen vor.

Inkontinenz hat häufig mehrere Ursachen. Sie hängt in der Regel mit Störungen oder Schäden der Muskeln oder Nerven im Unterleib zusammen. Bei Frauen kann Inkontinenz beispielsweise nach einer Geburt oder in den Wechseljahren entstehen, bei Männern etwa durch Prostata-Erkrankungen. Mit dem Alter steigt das Risiko für Inkontinenz.

Es ist wichtig, bei Inkontinenz ärztlichen Rat einzuholen. So können Ursachen geklärt und hilfreiche Maßnahmen ergriffen werden.

Folgen einer Inkontinenz

Ungewollt Urin oder Stuhl zu verlieren, ist nicht nur unangenehm. Inkontinenz kann auch
zu gesundheitlichen Problemen und seelischen Belastungen führen

Gut zu wissen: Welche Probleme können auftreten?

Infektionen
Inkontinenz kann zu Entzündungen der Harnwege führen. Bei älteren Menschen mit Inkontinenz entleert sich die Blase beim Wasserlassen oft nicht vollständig. Dann vermehren sich Bakterien in der Harn-Blase leichter. Auch über entzündete Haut können sich Bakterien ausbreiten.

Unsicherheit
Inkontinenz verändert den Alltag. Die Toilette muss immer in der Nähe und schnell zu erreichen sein. Auf Unterstützung oder auf Hilfsmittel wie Windelhosen angewiesen zu sein, kann sehr belasten und verunsichern. Hinzu kommen vielleicht Gefühle wie Scham, Trauer, Ärger und Wut.

Hautschäden
Längerer Kontakt mit Urin oder Stuhl kann die Haut schädigen. Sie wird wund und kann
sich entzünden.

Hautpflege bei Inkontinenz

Bei Inkontinenz ist es besonders wichtig, die Haut im Intimbereich zu schützen. Denn: Urin und Stuhl können die Haut angreifen und schädigen. Auch Infektionen können entstehen. Der richtige Ablauf der Intimpflege und geeignete Produkte tragen dazu bei, Hautprobleme zu vermeiden.

Praxistipp: Haut reinigen und pflegen

  • Wechseln Sie Inkontinenz-Produkte mehrmals täglich und nach jeder Stuhl-Ausscheidung.
  • Entfernen Sie Stuhl immer sofort von der Haut.
  • Reinigen Sie möglichst nach jeder Ausscheidung die Haut mit weichen hautschonenden Feucht- oder Öltüchern. Häufiger Kontakt mit Wasser und Seife schädigt die Haut.
  • Tupfen Sie Haut und Hautfalten trocken, statt sie abzureiben, um die Haut nicht zu verletzen oder zu reizen.
  • Tragen Sie eine Creme auf, die die Haut vor Feuchtigkeit und aggressiven Stoffen im Urin und Stuhl schützt. Dafür eignen sich einfache Zinkpasten, Salben, Vaseline oder spezielle Inkontinenz-Produkte auf Silikonbasis. Diese sind in der Apotheke erhältlich. Lassen Sie sich dort, beim Arzt oder von einer Pflegefachkraft beraten.
  • Achten Sie auf den zustand der Haut und der Schleimhaut, zum Beispiel ob sie durch den häufigen Kontakt mit Urin oder Stuhl gereizt ist. Holen Sie bei Veränderungen der Haut pflegefachlichen oder ärztlichen Rat ein.
Inkontinenz - Praxistipps für den Pflegealltag

Hautschutzsalbe

Weitere Praxistipps

Weitere Tipps und hilfreiche Informationen finden Sie in unserem kostenfreien Ratgeber. Darin finden Sie noch mehr anschauliche Bilder und Informationen zu Themen wie z. B.:

  • Welche Hilfsmittel und Behandlungen gibt es?
  • Essen und Trinken abstimmen
  • Die Wohnung anpassen
  • Mit Scham umgehen

Alle Ratgeber erhalten Sie kostenlos als PDF oder als gedruckte Ausgabe in unserem Bestellbereich.

Zum Bestellbereich