Analyse

Perspektive informell Pflegender auf ihre Pflegesituation – 2018

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Änderungen durch die Pflegestärkungsgesetze

Mit Einführung der Pflegestärkungsgesetze hatte der Gesetzgeber in der zurückliegenden Legislaturperiode umfangreiche Leistungsausweitungen in der Pflege beschlossen. Gerade die häusliche Pflege sollte durch die Pflegereformmaßnahmen entlastet werden. Zu diesen Maßnahmen gehören zum Beispiel:

  • Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, durch den insbesondere Menschen mit Demenz besseren Zugang zur Pflegeversicherung erhalten
  • Erhöhung von Pflegegeld und Pflegesachleistungen
  • Einführung eines Entlastungsbetrags zur Unterstützung im Alltag von 125 Euro pro Monat für alle Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden
  • Ausweitung der Leistungen für Tages- und Nachtpflege sowie für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
  • Schaffung eines Anspruchs für pflegende Angehörige und ehrenamtlich Pflegende auf kostenlose Pflegekurse

Repräsentative Studie bei pflegenden Angehörigen

Wie werden die Reformen zwischen 2015 und 2017 von pflegenden Angehörigen heute wahrgenommen? Um dies besser einschätzen zu können, hat das ZQP eine repräsentative Befragung bei mehr als 900 informell Pflegenden im Alter von 40 bis 85 Jahren durchgeführt.

Die drei Themenschwerpunkte der Befragung waren:

  • Situation der befragten Pflegepersonen
  • Informiertheit zu gesetzlichen Ansprüchen im Kontext Pflege
  • Inanspruchnahme und Wahrnehmung von gesetzlichen Leistungen

Pflegende Angehörige sehen Informationsbedarf

Einige wichtige Ergebnisse zur Informiertheit und Inanspruchnahme sind:

  • 90 Prozent der Befragten kennen die Pflegereformen, aber nehmen Leistungsausweitungen nur bedingt wahr
  • 44 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich nicht wirklich gut über ihre Ansprüche als Pflegende informiert fühlen
  • 33 Prozent sehen dieses Informationsdefizit in Bezug auf die Ansprüche des Pflegebedürftigen aus der Pflegeversicherung
  • mehr als drei Viertel der Befragten wissen nach eigenen Angaben relativ gut, wo sie eine individuelle Beratung rund um das Thema Pflege bekommen können
  • nur 30 Prozent der Befragten berichten, dass der monatliche Entlastungsbetrag von 125 Euro genutzt wird
  • eine kostenfreie Pflegeberatung haben deutlich weniger als die Hälfte der Befragten in Anspruch genommen
  • einen kostenlosen Pflegekurs haben nur 8 Prozent der Pflegenden besucht
  • von denjenigen, die alle Leistungsausweitungen seit 2015 aus der Pflegesituation heraus erlebt haben, nehmen 26 Prozent Verbesserungen in Bezug auf die Angebote wahr
  • ebenfalls 26 Prozent dieser Befragten erleben positive Veränderungen bei der Möglichkeit Auszeiten von der Pflege nehmen zu können

Stand: 26.02.2018

Autoren in alphabetischer Reihenfolge:

  • Simon Eggert, ZQP
  • Lisa Storch, ZQP
  • Daniela Sulmann, ZQP

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