Analyse

Prävention von Gesundheitsproblemen mit einem Fokus auf häuslicher Pflege – 2018

Auf dieser Seite lesen Sie eine Zusammenfassung von Informationen aus der ZQP-Analyse. Den vollständigen Inhalt können Sie kostenlos als PDF herunterladen.

Bedeutung von Prävention für Gesundheit im Alter

Gesundheitsförderung und Prävention gewinnen vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung und dem damit verbundenen Anstieg der Zahl älterer Menschen in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Denn möglichst gesund, bei Wohlbefinden und mit guter Lebensqualität alt zu werden, kann durch gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen erheblich unterstützt werden. Auch viele altersbedingte körperliche und geistige Einbußen können durch positives Gesundheitsverhalten verringert oder hinausgezögert werden.

Selbst in späten Lebensphasen können ältere Menschen, die bereits von Gesundheitsproblemen und Pflegebedürftigkeit betroffen sind, von entsprechenden Maßnahmen profitieren. Deshalb sollten Gesundheitsförderung und Prävention einen sehr hohen Stellenwert auch im Pflegealltag einnehmen.

Vorbeugende Maßnahmen wie bedürfnisgerechte Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität oder Wohnraumanpassungen können Risiken wie Mangelernährung oder Stürze, die teils mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit einhergehen, verringern. Zudem tragen gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen nicht nur dazu bei, das Risiko für weitere Einschränkungen zu verringern, sondern auch Fähigkeiten und die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen zu erhalten oder sogar – wenigstens teilweise – wiederherzustellen.

Auch die Gesundheit von pflegenden Angehörigen muss gerade vor dem Hintergrund körperlicher und seelischer Beanspruchungen im Pflegealltag geschützt werden. Viele pflegende Angehörige fühlen sich stark körperlich oder psychisch belastet.

Deutschlandweite Umfrage bei Menschen ab 50 Jahren

Diese ZQP-Analyse gibt einen Einblick in die Wahrnehmungen und Einstellungen der Bevölkerung in der Altersgruppe ab 50 Jahren in Deutschland zum Thema Prävention und Gesundheitsförderung. Die Befragungsergebnisse bieten dabei vor allem Anhaltspunkte dazu wie Befragte, die selbst Erfahrung bei der Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen zuhause haben, Prävention und Gesundheitsförderung in der häuslichen Pflege wahrnehmen und vor welchen Herausforderungen sie dabei teilweise stehen.

Hierfür wurden 1.042 zufällig ausgewählte Personen befragt. 434 von ihnen pflegten eine nahestehende Person oder hatten dies früher getan. Die Gesamtstichprobe ist repräsentativ für die Bevölkerung ab 50 Jahren in Deutschland. Inhalte der Befragung waren unter anderem das allgemeine Informationsinteresse zur Vorbeugung von Gesundheitsproblemen, die Motivation zum Gesundheitsverhalten sowie die Nutzung technischer Unterstützung. Angehörige mit Pflegeerfahrung wurden befragt, ob sie zu vorbeugenden Maßnahmen in der Pflege bei ihrem Angehörigen oder bei sich selbst beraten worden waren und inwieweit solche Beratungen – soweit erfolgt – ihr Gesundheitsverhalten im Alltag beeinflusst haben. Folgendes Bild zeichnet sich durch die Befragungsergebnisse ab.

Zentrale Ergebnisse:

  • Wie hoch ist das Interesse an Informationen zu Prävention und Vorbeugung von Erkrankungen?

72 Prozent gaben an, „sehr“ oder „eher großes“ Interesse an Informationen über die Vorbeugung von Gesundheitsproblemen zu haben. Dabei lag das Interesse bei den pflegenden Angehörigen insgesamt etwas höher (75 Prozent) als bei den Nicht-Pflegenden (69 Prozent).

  • Was motiviert Menschen etwas für ihre Gesundheit zu tun?

Als Ansporn für einen sorgsameren Umgang mit der eigenen Gesundheit, wurden „aufkommende Gesundheitsprobleme“ (43 Prozent), „gemeinsam mit jemand anderem etwas für die Gesundheit zu tun“ (39 Prozent) und „mehr Zeit“ (29 Prozent) angegeben. Auch Gespräche mit Personen aus Gesundheitsberufen wurde als Faktor genannt. Etwa ein Viertel (24 Prozent) gab an, schon einmal von z. B. einem Arzt oder Physiotherapeuten angesprochen worden zu sein, mehr für ihre Gesundheit zu tun. 71 Prozent von ihnen setzten diese Empfehlungen dann nach eigenem Empfinden auch durchaus um. Technische Hilfsmittel zur Überwachung und Verbesserung des eigenen Gesundheitszustandes, wurden von 87 Prozent der Befragten nicht genutzt.

  • Beratung zur Vorbeugung von Gesundheitsproblemen Pflegebedürftiger

Die Hälfte der pflegenden Angehörigen (46 Prozent) gab an, über Maßnahmen zur Vorbeugung von Gesundheitsproblemen des Pflegebedürftigen informiert und beraten worden zu sein. 50 Prozent hatten ihren Angaben zufolge dazu keine Beratung von einem Pflegedienst oder Pflegeberater erhalten. Von denjenigen, die sich an eine Beratung erinnerten, meinten 32 Prozent, dass sie die in den Beratungsgesprächen empfohlenen Maßnahmen teilweise oder nicht umgesetzt hatten. Vor allem Zeitmangel (22 Prozent) und Unsicherheit über die Durchführung (18 Prozent) wurden als Hinderungsgründe genannt.

Die meisten pflegenden Angehörigen gaben an, kaum über Möglichkeiten zur Vorbeugung eigener Gesundheitsprobleme informiert und beraten worden zu sein. 73 Prozent hatten ihren Angaben zufolge dazu keine Beratung von einem Pflegedienst oder Pflegeberater erhalten. Von denjenigen, die eine solche Beratung erinnerten – also etwa ein Viertel der Befragten mit Pflegeerfahrung – meinten 53 Prozent, dass sie die angesprochenen Maßnahmen nur teilweise oder gar nicht umgesetzt haben. Als häufigsten Grund für die Umsetzungsprobleme nannte diese – allerdings eher kleine Gruppe – fehlende Zeit (34 Prozent).

Stand: 09. Januar 2018

Autoren in alphabetischer Reihenfolge:

  • Simon Eggert, ZQP
  • Nadja Kossatz, ZQP
  • Daniela Sulmann, ZQP

Zur Kontaktaufnahme schreiben Sie gerne eine E-Mail an: nadja.kossatz@zqp.de

Analyse öffnen

Das könnte Sie auch interessieren