Report

Gewaltprävention in der Pflege

Überblick

Der ZQP-Report bündelt fundiertes Wissen aus Wissenschaft und Praxis über Gewalt und Gewaltprävention in der Pflege. In Fachbeiträgen und Experteninterviews werden aktuelle Daten und Fakten aufgezeigt, spezifische Handlungsfelder diskutiert sowie Empfehlungen zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt in der Pflege aufgezeigt. Neben den Ergebnissen zweier ZQP-Befragungen bietet dieser ZQP-Report einen Überblick über ausgewählte Projekte und Onlineangebote. Zentrale Informationen, praktische Hinweise und Hilfeangebote sind am Ende des Reports prägnant zusammengefasst.

Hintergrund

Gewalt in der Pflege ist ein ernst zu nehmendes Problem. Dabei hat die Gewalt viele Gesichter und fängt nicht erst beim Schlagen an. Auch Vernachlässigung, finanzielle Ausbeutung oder Freiheitsentzug sind Gewalt. Dabei sind Pflegebedürftige in einer besonders verletzlichen Lage. Sie sind auf ihre Helfer angewiesen, können sich bei Problemen schlecht wehren oder sich nicht einmal äußern. Gewalt in der Pflege sollte kritisch, transparent und offen thematisiert werden. Zur Gewaltprävention sind ein Problembewusstsein und fundiertes Wissen bei den relevanten Akteuren, Entscheidungsträgern und der Gesellschaft notwendig.

Inhalt

In diesem ZQP-Report zu Gewalt und Gewaltprävention in der Pflege werden in den folgenden fünf Rubriken unterschiedliche Blickwinkel auf das Thema gerichtet:

Analyse
Drei Fachartikel bieten eine differenzierte Analyse zum aktuellen Wissensstand über Verbreitung und Entstehungsbedingungen von Gewalt in der Pflege, über Maßnahmen und Ansätze zur Prävention sowie über die Bedeutung sexualisierter Gewalt in der Pflege. Daneben sind die Ergebnisse zweier ZQP-Befragungen zur Einschätzung der Gewalt in der stationären Langzeitpflege seitens professionell Pflegender sowie zur Wahrnehmung des Phänomens in der Bevölkerung dargestellt.

Akteure
Experten aus der professionellen Pflegepraxis berichten über ihre Erfahrungen mit Gewalt in der Pflege. Im Interview mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege zeigen sie Ansätze auf, um Gewalt in der Pflege vorzubeugen und zu begegnen.

Impulse
In Deutschland gibt es unterschiedliche Projekte und Onlineangebote, die über Gewalt in der Pflege aufklären, beim Umgang damit unterstützen und so Impulse für die Entwicklung weiterer Angebote geben. Hier werden einige Initiativen wie das ZQP-Onlineportal Gewaltprävention in der Pflege, die Online-Hilfe „Befund: Gewalt“ oder die Leitlinie FEM zur Vermeidung freiheitseinschränkender Maßnahmen in der Altenpflege vorgestellt.

Reflexion
In zwei Fachbeiträgen beleuchten Experten spezielle Handlungsfelder im Kontext Gewaltprävention in der Pflege. Im Fokus stehen zum einen der Unterstützungsbedarf von Menschen mit rechtlicher Betreuung und zum anderen der Einsatz von Medikamenten als freiheitsentziehende Maßnahme.

Service
Hier sind die grundlegenden Informationen über Gewalt in der Pflege überblicksartig zusammengefasst und Praxishinweise zur Gewaltprävention dargestellt. Ergänzt wird der Serviceteil durch Informationen über Hilfsangebote und Adressen von Einrichtungen, die – auch im Notfall – beraten und unterstützen.

Autoren und Interviewpartner

An diesem ZQP-Report waren folgende Autoren und Interviewpartner beteiligt: Jens Abraham (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Uwe Brucker (Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V.), Prof. Dr. Dagmar Brosey (Technische Hochschule Köln), Anke Buhl (PflegeNotTelefon Schleswig-Holstein), Simon Eggert (Zentrum für Qualität in der Pflege), Prof. Dr. Thomas Görgen (Deutsche Hochschule der Polizei), Gerda Graf (Deutscher Hospiz- und Palliativ-Verband), Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch (Forum Altern ohne Gewalt), Dr. Katharina Jung (ehem. Zentrum für Qualität in der Pflege), Prof. Dr. Gabriele Meyer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Karola Miowsky-Jenensch (Pflegestation Meyer und Kratzsch, Berlin), Dr. Patrick Schnapp (Zentrum für Qualität in der Pflege), Dr. Ralf Suhr (Zentrum für Qualität in der Pflege) und Daniela Sulmann (Zentrum für Qualität in der Pflege).

Der Report ist 2017 in zweiter vollständig überarbeiteter Auflage erschienen.

Die erste Auflage der Schrift wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.