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Presse

Wenn pflegende Angehörige urlaubsreif sind

By 18. Juni 2013 No Comments

Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP): Trotz enormer Belastungen – nur wenige pflegende Angehörige greifen auf Entlastungsangebote zurück

Berlin, 18.06.2013. Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland betreuen ihre pflegebedürftigen Angehörigen in den eigenen vier Wänden – zum Teil unter enormen psychischen und körperlichen Belastungen. Vor allem für diejenigen, die Beruf und Pflege miteinander vereinbaren müssen, ist die Belastungsgrenze schnell erreicht. Einer aktuellen Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zufolge fühlen sich rund 80 Prozent der erwerbstätigen Pflegenden erschöpft. Trotz der stetigen Überforderung, gönnen sich nur wenige pflegende Angehörige Erholungsphasen. Angebote der Kurz- und sogenannten Verhinderungspflege werden beispielsweise kaum wahrgenommen. Der „Urlaub von der Pflege“ bleibt somit oftmals auf der Strecke.

„Nur etwa jeder vierte pflegende Angehörige greift überhaupt auf Entlastungsangebote zurück“, sagt der Vorstandsvorsitzende des ZQP, Dr. Ralf Suhr. Die mangelnde Inanspruchnahme hat auch Folgen für die Gesundheit: Mehr als die Hälfte der pflegenden Angehörigen leide wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge an Muskelverspannungen. Jeder fünfte zeige sogar depressive Symptome oder Schlafstörungen, so Suhr.

Zudem wissen viele pflegende Angehörige nicht, wie sie sich eine kurze Auszeit von der Pflege organisieren können. Eine erste Anlaufstelle bei Fragen zur Entlastungspflege oder spezielle Urlaubstipps bietet beispielsweise die Pflegeberatung. Hier erhalten Ratsuchende unabhängige und kostenlose Informationen. Damit die Suche nach einer wohnortnahen Beratung leichter fällt, hat die Stiftung auf ihrer Internetseite eine Datenbank zu den deutschlandweit rund 400 Pflegestützpunkten und der aufsuchenden Pflegeberatung veröffentlicht. Wichtig sei mit den Beratungsprofis vor allem die Frage zu klären, welche weiteren Unterstützungsangebote infrage kämen, damit auch nach dem Urlaub der Alltag weniger belastend werde, erklärt Suhr.

Umfangreiche Informationen zur Entlastungspflege und den Zugang zur Pflegeberatungsdatenbank finden Sie unter http://psp.zqp.de.

Zum Hintergrund

Pflegende Angehörige haben unterschiedliche Möglichkeiten, um sich eine kurze Auszeit von der Pflege zu nehmen: Soll die Betreuung im eigenen Zuhause – beispielsweise während der Urlaubszeit – fortgesetzt werden, kann die sogenannte Verhinderungspflege beantragt werden. Die Verhinderungspflege kann durch eine vertraute Person (Angehörige, Freunde, Nachbarn), durch einen ambulanten Pflegedienst oder auch in stationären Einrichtungen erfolgen. Eine weitere Alternative ist die Kurzzeitpflege, die von Pflegeheimen oder Seniorenresidenzen angeboten wird. Sie kann im Anschluss an eine stationäre Behandlung oder in sonstigen Krisensituationen, in denen häusliche Pflege nicht möglich ist, erfolgen. Sowohl für die Verhinderungs- als auch für die Kurzzeitpflege zahlt die Pflegekasse für längstens vier Wochen im Jahr einen Betrag in Höhe von maximal 1550 Euro. Neben traditioneller Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es zunehmend mehr Urlaubsangebote, die Pflegebedürftige mit ihren pflegenden Angehörigen gemeinsam wahrnehmen können.

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Ansprechpartner

Torben Lenz
Telefon: 030 275 93 95 – 15
E-Mail: presse@zqp.de