Report

Digitalisierung in der Pflege

Auf dieser Seite lesen Sie eine Zusammenfassung des Reportes "Pflege und digitale Technik". Den vollständigen Report können Sie kostenfrei herunterladen.

Demografischer Wandel bedeutet für die Gesellschaft in Deutschland unter anderem, dass die Zahl an älteren und pflegebedürftigen Menschen in den nächsten Jahrzehnten weiter wächst, während die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter weniger wird. Dieser Trend stellt das Gesundheitswesen und insbesondere die pflegerische Versorgung zunehmend vor erhebliche Herausforderungen. Schon heute kann von einer Pflegekrise gesprochen werden. Um diese zu entschärfen, sind verschiedene Maßnahmen nötig. Eine Chance liegt dabei in technologischen Unterstützungspotenzialen auf digitaler und vernetzter Basis. Allerdings müssen entsprechende Anwendungen nicht nur alltagstauglich sicher funktionieren, sondern auch erheblichen ethischen sowie rechtlichen Anforderungen entsprechen – etwa auf den Feldern von Datensicherheit und Selbstbestimmung.

Chancen der Digitalisierung

Digitale Technologien sollen die Möglichkeiten für pflegebedürftige Menschen verbessern, selbstbestimmt und sicher versorgt leben zu können. Und sie sollen Pflegende bei ihren Tätigkeiten entlasten. Die gilt für pflegende Angehörige aber nicht minder für professionell Pflegende. So können digitale und technische Anwendungen zum Beispiel bei Routinetätigkeiten assistieren, bei körperlich anstrengenden Verrichtungen unterstützen oder Monitoring-Funktionen in der Pflege übernehmen.

Digitale Anwendungen können insgesamt eine erhebliche Rolle dabei spielen, sowohl die Patientensicherheit für gesundheitlich belastete ältere Menschen zu verbessern als auch das Thema Prävention von – aber eben auch bei – Pflegebedürftigkeit zu stärken.

Digitale Technologien in der Pflege

Die Nutzung digitaler Anwendungen im Pflegealltag ist bisher unterschiedlich stark ausgeprägt und steht insgesamt gesehen noch am Anfang. Einige Technologien werden bereits in Pflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenhäusern eingesetzt, viele befinden sich noch in der Entwicklungs- oder Testphase. Das Spektrum reicht von Informations- und Kommunikationstechnologien, wie die elektronische Patientenakte oder Pflegedokumentation, vernetzte Tourenplanung und Leistungsabrechnung, über digitale Hilfs- und Monitoringsysteme bis hin zu Service-, Transport- und Therapierobotern.

Zu den letzteren zählen zum Beispiel die seit 2001 auf dem deutschen Markt verfügbare Therapierobbe PARO, die bereits insbesondere in der Versorgung von Menschen mit Demenz angewendet wird und der Assistenzroboter Pepper, der aber bislang nur in Pilotprojekten im Einsatz ist. Im Bereich der technischen Anwendungen in der Wohnumgebung (Ambient Assisted Living, AAL), gibt es zwar einige marktreife Angebote, diese sind aber noch nicht breit vertreten. Das Angebot von Gesundheits- und Pflege-Apps ist in den letzten Jahren stark angestiegen, wie auch eine Recherche des ZQP zeigt. Die Einschätzung der Qualität der Apps gestaltet sich für Nutzerinnen und Nutzer aber oftmals schwierig.

Im ZQP-Report werden einige Initiativen, Projekte und Angebote zum Thema digitale Technik und Pflege vorgestellt. Einen Überblick über Forschungsprojekte mit diesem Schwerpunkt bietet außerdem die kostenfreie Forschungsdatenbank des ZQP.

Herausforderungen der Digitalisierung

Digitale Technologien haben das Potenzial, die Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen zu stärken und Pflegende zu entlasten. Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass die Technologien von den Nutzerinnen und Nutzern akzeptiert werden und im Pflegealltag hilfreich sind. Dieser Prozess – von der Entwicklung einer neuen Technologie bis hin zu ihrer Akzeptanz und ihrem Einsatz in der Praxis – kann allerdings Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern. Die Wahrnehmung von pflegebedürftigen Menschen und Pflegenden zwischen der Realität einerseits und der Zukunftsvision bezüglich digitaler Innovationen in der Pflege andererseits, ist daher vermutlich etwas verzerrt.

Zentrale Herausforderungen der Digitalisierung in der Pflege sind weiterhin der Datenschutz sowie ethische Fragestellungen, zum Beispiel zur Selbstbestimmtheit und Privatheit. Da gesundheitsbezogene Daten nach den Bestimmungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung zu den besonderen personenbezogenen Daten gehören, unterliegen sie einem verschärften Schutz. Ein angemessener und verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Daten spielt auch für die Akzeptanz digitaler Anwendungen eine große Rolle. Dies legen auch Studienergebnisse des ZQP nahe.

ZQP-Report „Pflege und digitale Technik“

Die Digitalisierung in der Pflege bietet nach aktuellem Wissenstand viele Chancen – bringt aber auch Risiken und vor allem viele Fragen mit sich: Wie ist das Spektrum digitaler Unterstützungssysteme heute – und wie könnte der Pflegealltag in 30 Jahren aussehen? Welche Möglichkeiten sehen Technikexpertinnen und -experten überhaupt? Werden künstlich intelligente Transfer-Hilfen, Roboter-Arme und vernetzte Pflegebrillen wirklich selbstverständliche Helfer sein? Werden die Bürgerinnen und Bürger zu gläsernen Patienten, mit deren Daten große Konzerne profitable Geschäftsmodelle betreiben, aber profitieren die Nutzerinnen und Nutzer selbst gesundheitlich am Ende gar nicht? Und wie stehen die Menschen in Deutschland und beruflich Pflegende zu digitalen Anwendungen in der Pflege? Zu diesen und anderen wichtigen Fragen rund um den Einsatz digitaler Technik in der Pflege bietet der neue ZQP-Report „Pflege und digitale Technik“ Einsichten.

Inhaltsübersicht

Nachfolgend finden Sie Direktlinks zu den einzelnen Kapiteln und Interviews des Reports:

Mehr Informationen

Stand: November 2019

Autoren und Interviewpartner in dem Report in alphabetischer Reihenfolge:

Dr. Urs-Vito Albrecht, Peter L. Reichertz Institut, Hannover
Dr. Stefan Blüher, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann, Universität Oldenburg
Simon Eggert, ZQP
Sandra Garay, ZQP
Prof. Dr. Sami Haddadin, Technische Universität München
Prof. Dr. Andreas Hein, Universität Oldenburg
Dr. Wilko Heuten, OFFIS
Prof. Dr. Ursula Hertha Hübner, Hochschule Osnabrück
Marc Jannes, Universität Köln
Prof. Dr. Barbara Klein, Frankfurt University of Applied Sciences
Dr. Tobias Krahn, OFFIS
Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Jörg Leuchtner, Kanzlei HKS, Freiburg
Prof. Dr. Claudia Müller, Kalaidos Fachhochschule Schweiz
Dr. Johanna Nordheim, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Lisa Storch, ZQP
Daniela Sulmann, ZQP
Dr. Christian Teubner, ZQP
Prof. Dr. Christiane Woopen, Universität Köln
Jan Zöllick, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Zur Kontaktaufnahme schreiben Sie gerne eine E-Mail an: christian.teubner@zqp.de

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