Ratgeber

Essen und Trinken in der Pflege

Auf dieser Seite lesen Sie Informationen aus dem Ratgeber „Essen und Trinken in der Pflege“. Den vollständigen Ratgeber können Sie kostenfrei herunterladen oder bestellen.

Bei älteren pflegebedürftigen Menschen ist das Risiko für Probleme beim Essen und Trinken erhöht. Dafür gibt es vielfältige mögliche Ursachen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • abnehmender Hunger, Durst oder Geruchs- und Geschmackssinn
  • Verdauungsprobleme
  • Schmerzen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Depression und Einsamkeit
  • Probleme beim Schlucken oder Kauen
  • mangelnde Kraft oder Beweglichkeit und
  • Sehprobleme.

Auch geistige Einschränkungen können die selbstständige Ernährung erschweren. Zum Beispiel vergessen Menschen mit Demenz zu essen oder zu trinken. Es kann sein, dass sie sich nicht erinnern, wie das Besteck zu nutzen ist oder sie erkennen Speisen und Getränke nicht als solche.

Das kann dazu führen, dass pflegebedürftige Menschen zu wenig oder einseitig essen oder zu wenig trinken. Die Folge können Mangelernährung oder Flüssigkeitsmangel sein. Um Ernährungsproblemen entgegenzuwirken, kommt es auf passende Angebote und die richtige Unterstützung an.

Hilfsmittel beim Essen und Trinken

Geeignete Hilfsmittel können pflegebedürftige Menschen unterstützen, selbstständig und sicher zu essen und zu trinken. Zudem können sie Pflegenden das Anreichen der Nahrung erleichtern.

Für die Auswahl von Ess- und Trinkhilfen ist fachliche Beratung sinnvoll. Diese erhält man zum Beispiel bei Pflegefachpersonen, der Schlucktherapie oder im Sanitätsfachhandel.

Gut zu wissen: Welche Ess- und Trinkhilfen gibt es?

Geschirr

Wenn Hände und Arme nicht gut beweglich sind oder zittern, ist standfestes Geschirr mit erhöhtem Rand hilfreich. Es kann auch eine Tellerrand-Erhöhung angebracht werden (siehe Abbildung). Eine rutschfeste Unterlage verhindert das Wegrutschen von Geschirr, Bechern oder Besteck und erleichtert so das Greifen. Thermogeschirr und Warmhalte-Teller können bei pflegebedürftigen Menschen vorteilhaft sein, die sehr langsam essen.

Besteck

Spezielles Besteck kann sinnvoll sein, wenn die Hände und Arme weniger kräftig oder beweglich sind. Es gibt zum Beispiel Messer, Gabeln und Löffel mit dicken geriffelten Griffen oder gebogenes Besteck. Das Gewicht des Bestecks sollte gleichmäßig verteilt sein. Aufsteckbare Griffe (siehe Abbildung) sind in verschiedenen Längen erhältlich. Sie können in unterschiedlichen Winkeln am Besteck angebracht werden.

Trinkgefäße

Gefäße mit Griffen, Rillen oder Vertiefungen lassen sich besser greifen und festhalten. Sie können beispielsweise hilfreich sein, wenn es an Kraft und Beweglichkeit in den Händen fehlt. Für Menschen, die den Kopf schlecht bewegen können oder Schluckprobleme haben, gibt es speziell geformte Gefäße. Zum Beispiel ein sogenannter Nasenbecher (siehe Abbildung). Damit muss der Kopf beim Trinken nur leicht nach hinten geneigt werden.

Ernährung bei Pflegebedürftigkeit

Bei der Ernährung spielt der Appetit eine wichtige Rolle. Doch das Bedürfnis zu essen, kann bei älteren pflegebedürftigen Menschen verringert sein. Für Appetitmangel gibt es vielfältige Gründe. Dazu gehören ein verändertes Sättigungs- und Durstgefühl sowie ein veränderter Geruchs- und Geschmackssinn. Auch Beschwerden bei der Verdauung, beim Schlucken oder Kauen können die Ursache sein.

Praxistipp: Appetit anregen

  • Besprechen Sie mit der pflegebedürftigen Person, wann und was sie essen möchte. Bieten Sie zum Beispiel Lieblingsgerichte an.
  • Bereiten Sie das Essen gemeinsam zu. Regen Sie dazu an, Lebensmittel zu tasten, zu riechen oder zu schmecken.
  • Verwenden Sie zum Kochen aromatische Gewürze und frische Kräuter.
  • Bieten Sie mehrere kleine Mahlzeiten und Snacks über den Tag verteilt an. Das können zum Beispiel Käsewürfel und Gemüsestücke sein.
  • Richten Sie kleine Portionen auf großen Tellern an. Große Mengen können überfordern.
  • Holen Sie bei anhaltendem Appetitmangel ärztlichen Rat ein. Ein Ernährungsprotokoll hilft zu beobachten, wie sich der Appetit und das Essen und Trinken entwickeln.

Weitere Informationen rund um das Thema Ernährung im Alter und bei Pflegebedürftigkeit finden Sie auch auf unserem kostenfreien Internetportal Prävention in der Pflege.

Weitere Praxistipps

In unserem kostenfreien Ratgeber finden Sie weitere anschauliche Bilder und Informationen zu Themen wie zum Beispiel:

  • Mangelernährung entgegenwirken
  • Flüssigkeitsmangel verhindern
  • Essen und Trinken anreichen
  • Mit Schluckproblemen umgehen

Alle Ratgeber erhalten Sie kostenlos als PDF oder als gedruckte Ausgabe in unserem Bestellbereich.

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