Projekt

Sexuelle Gewalt in der stationären Langzeitpflege

Sexuelle oder sexualisierte Gewalt gegen Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen für vorwiegend ältere Menschen ist ein bisher wenig erforschtes Thema in Deutschland. Bekannt ist unter anderem, dass die in Pflegeheimen lebenden Menschen verschiedenen Erscheinungsformen entsprechender Gewalt von unterschiedlicher Seite ausgesetzt sein können. Belastbare Zahlen zur Häufigkeit solcher Gewaltvorkommnisse liegen bisher nicht vor; es ist aber davon auszugehen, dass die Dunkelziffer im Vergleich zu bekannt gewordenen Vorfällen beträchtlich ist. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeheimen können sexuellen oder sexualisierten Übergriffen ausgesetzt sein.

Einrichtungen der stationären Langzeitpflege und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommt insbesondere eine erhebliche Verantwortung in Bezug auf die Prävention von sexueller oder sexualisierter Gewalt im Kontext der Pflegesituation zu.

Vor diesem Hintergrund führen das ZQP und die Deutsche Hochschule der Polizei das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt SeGEL – Sexuelle/Sexualisierte Gewalt in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege in Deutschland – durch. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Phänomen sexueller oder sexualisierter Gewalt gegen Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen aber auch zu Aspekten sexueller oder sexualisierter Gewalt gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in entsprechenden Organisationen zu erweitern sowie Arbeitsmaterialien für Aus- und Fortbildung von professionell Pflegenden zum Thema Prävention sexueller Gewalt gegen Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen zu entwickeln.

Hierbei ist unter anderem vorgesehen, systematische Literaturrecherchen sowie qualitative Interviews mit Beschäftigten in Pflegeinrichtungen und entsprechende Experteninterviews zu realisieren. Zudem sollen staatsanwaltschaftliche Verfahrensakten analysiert und eine deutschlandweite quantitative Befragung von Leitungspersonen stationärer Einrichtungen durchgeführt werden. Darauf aufbauend wird das Arbeitsmaterial erstellt und anschließend erprobt.

Die Ergebnisse liegen voraussichtlich Anfang 2023 vor. Alle erarbeiteten Materialien werden frei zugänglich sein.

Projektpartner: Prof. Dr. Thomas Görgen, Deutsche Hochschule der Polizei

Projektförderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Umfassende und leicht verständliche Informationen zum Thema Gewalt in der Pflege, Tipps zur Vorbeugung von Gewalt und Kontaktdaten von Krisentelefonen bietet das kostenlose ZQP-Internetportal: www.pflege-gewalt.de

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