Berlin, 19. Mai 2026. Die Fachstiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um Forschung und Wissenstransfer in die Versorgungspraxis gemeinsam voranzutreiben. Dabei stehen insbesondere die Themen Pflegesicherheit und Prävention im Fokus der gemeinsamen Aktivitäten.
Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in Cottbus sagte der Vorstandsvorsitzende des ZQP, PD Dr. Ralf Suhr: „Als ZQP wollen wir daran mitwirken, dass die Versorgung älterer pflegebedürftiger Menschen vor Ort möglichst gut gelingt. Daher freue ich mich besonders über die nunmehr vereinbarte Kooperation mit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Prävention und sicherer Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen in der Klinik und in der gesamten Region.“
Diese Zusammenarbeit soll auch in die Modellregion Gesundheit Lausitz einfließen. Mit der Modellregion entsteht derzeit ein digital unterstütztes Forschungs-, Lehr- und Versorgungsnetzwerk im brandenburgischen Teil der Lausitz. Ziel ist es, dort gemeinsam mit Partnern insbesondere aus Versorgungspraxis, Forschung, Kommunen und Verbänden die Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund der fortschreitenden demografischen Veränderungen weiterzuentwickeln. Eine solche Versorgung der Zukunft muss Antworten auf gravierende Herausforderungen finden, wie sie in Deutschland häufig im ländlichen Raum bestehen.
Denn in vielen ländlich geprägten und strukturell herausgeforderten Räumen in Deutschland steigt unter anderem der pflegerische, medizinische und therapeutische Versorgungsbedarf, insbesondere weil die Bevölkerung altert und chronische Erkrankungen sowie Pflegebedürftigkeit zunehmen. Gleichzeitig ist ein Engpass bei Fachpersonen, Praxen und Pflegeeinrichtungen absehbar oder bereits spürbar. Neben den drohenden Versorgungsproblemen älterer pflegebedürftiger Menschen wachsen auch die Herausforderungen für pflegende Angehörige.
„Der Nutzen unserer Kooperation soll über die Region hinausreichen. Wenn es uns gelingt, hier geeignete Ansätze zu entwickeln, zu erforschen und zu implementieren, können auch andere Regionen daraus etwas für ihre Versorgungsstrategien ableiten. Genau darin liegt die besondere Stärke dieser Zusammenarbeit: Sie verbindet die Versorgung vor Ort mit Erkenntnissen, die über die Region hinausweisen“, so Suhr weiter.
Zum Start der Zusammenarbeit bringt das ZQP vorrangig seine wissenschaftsbasierten Angebote in die Versorgungsstruktur ein. Dazu zählen etwa Informationsmedien und digitale Angebote für pflegende Angehörige sowie fachliche Instrumente, Arbeits- und Schulungsmaterialien, aber auch konkrete Schulungsexpertise. Entsprechende Angebote sollen im Rahmen gemeinsamer Projekte und Maßnahmen erprobt sowie für die spezifischen Bedarfslagen in der Klinik und der Modellregion angepasst, evaluiert und weiterentwickelt werden.