Projekt
Gewaltschutzkonzept in der ambulanten Pflege
Projekthintergrund
Im häuslichen Pflegesetting können insbesondere pflegebedürftige Menschen, Angehörige und informell Pflegende sowie Mitarbeitende von ambulanten Diensten Gewalt erfahren, auf Gewaltvorkommnisse aufmerksam werden oder auch selbst Gewalt ausüben.
Da ambulante Pflegedienste bei der Versorgung älterer, pflegebedürftiger Menschen in Deutschland eine bedeutende Rolle spielen, sind sie entsprechend wichtige Akteure für Gewaltprävention.
Ein zentrales Instrument zur Gewaltprävention im Einsatzbereich ambulanter Dienste ist – wie auch in der stationären Pflege – das organisationsbezogene Gewaltschutzkonzept. Es zielt vor allem darauf ab:
- Gewaltrisiken richtig einzuschätzen,
- geeignete Maßnahmen zu treffen, die dem Auftreten von Gewalt vorbeugen,
- den angemessenen Umgang mit aufgetretenen Gewaltvorkommnissen zu fördern,
- Opfer vor erneuter Viktimisierung zu schützen.
Die partizipative Entwicklung und Implementierung von Gewaltschutzkonzepten in ambulanten Pflegediensten in Deutschland ist fachlich geboten, wie eine aktuelle bundesweite Empfehlung des Qualitätsausschusses Pflege verdeutlicht. Zugleich sind hierzulande entsprechende Konzepte noch zu wenig in Einrichtungen verankert.
Projektziel
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten ZQP-Projekts ist es, ein Muster-Basiskonzept samt Risiko-Check-up für ambulante Pflegedienste zur Gewaltprävention in der häuslich-ambulanten Pflege zu konzipieren und darauf aufbauend einen einfach zugänglichen Praxisleitfaden zur bundesweiten, trägerübergreifenden und kostenlosen Nutzung für die Dienste zu entwickeln.
Vorgehen
Um dieses Ziel zu erreichen, baut das ZQP auf einem seiner Vorläuferprojekte zur Gewaltprävention im Rahmen der stationären Langzeitpflege (Praxisleitfaden für Gewaltschutzkonzepte in Pflegeheimen) auf. Der Entwicklungsprozess umfasst drei Kernaspekte, auf denen das Konzept und die Finalisierung des Praxisleitfadens aufbauen:
- Durchführung eines Scoping Reviews zu Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen im Kontext Gewalt in der ambulanten/häuslichen Pflege.
- Umsetzung von Interviews mit Expertinnen und Experten aus Praxis und Forschung zum Projektgegenstand.
- Strukturierter Feedback- und Justierungsprozess zur Finalisierung vor der Veröffentlichung.
Nach Projektabschluss stellt das ZQP den Leitfaden samt Check-up und Muster-Basiskonzept zur Verfügung. Dieser kann im Anschluss bundesweit, trägerunabhängig und unentgeltlich eingesetzt werden.
Projektdetails:
Laufzeit: 2026 - 2027
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)