Projekt

Sicherheitskultur in ambulanten Pflege-Settings, “PriO-a”

Wieso wird das Projekt durchgeführt?

Die Pflegesicherheit ist hochrelevant für den Gesundheitsschutz pflegebedürftiger Menschen: Pflegebedürftige Menschen sind im Rahmen der pflegerischen Versorgung zum Teil erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, z. B. bei der Medikation, Wundversorgung, Ernährung oder Hygiene; auch Gewaltvorkommnisse stellen ein bedeutsames Gesundheitsrisiko für sie dar. Zur Prävention bzw. Verringerung solcher Risiken trägt die Sicherheitskultur in der professionellen Pflege bei. Damit sind Eigenschaften, Haltungen und Kompetenzen von Organisationen und Personen gemeint, die dafür sorgen, dass der Sicherheit der zu versorgenden Menschen priorisiert hohe Aufmerksamkeit gewidmet wird. Sicherheitskultur stellt somit eine Grundvoraussetzung des Qualitäts- und Risikomanagements dar. Aspekte davon sind eine offene, konstruktive Kommunikation über kritische Ereignisse und der Einsatz von Instrumenten, die Reflexion und Lerneffekte fördern, wie digitale Berichts- und Lernsysteme (CIRS). Die Etablierung von Sicherheitskultur kann zudem zu einem attraktiveren Arbeitsumfeld für Pflegende beitragen. Jedoch ist Sicherheitskultur in der Pflege in Deutschland kaum etabliert.

Was soll erreicht werden?
Übergeordnet soll das Projekt a) dazu beitragen, gesundheitliche Risiken pflegebedürftiger Menschen im Rahmen der professionellen Pflege durch organisationsbezogene Sicherheitskultur zu reduzieren. Und b) soll es Impulse für die Förderung eines positiven Arbeitsklimas in der ambulanten Pflege setzen.

Ein konkretes Projektziel ist es, den Wissensstand zum Thema Sicherheitskultur im ambulanten Pflege-Setting zu fördern und in der Praxis für Pflegesicherheit zu sensibilisieren. Zudem wird die partizipative Entwicklung von Sicherheitskultur in den Organisationen unterstützt. Über die Erarbeitung und Umsetzung organisationsbezogener Maßnahmen und Instrumente hinaus, wird am Ende des Projekts ein „Werkzeugkoffer“ mit praktisch nutzbaren Materialien für die Pflege erstellt und schließlich vom ZQP frei zugänglich gemacht. Im Laufe des Projekts wird außerdem ein zentrales, frei zugängliches digitales Berichts- und Lernsystem für ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen entwickelt.

Wie wird vorgegangen?
Das Projekt schließt direkt an Vorarbeiten des ZQP an, ist auf vier Jahre [2022-2026] angelegt und wird vollständig aus Mitteln des ZQP finanziert. Die Methode folgt dem Modell des ‚Gesundheitsförderungsprozesses‘, das im GKV-Leitfaden Prävention zur Implementierung von Prävention in Settings empfohlen wird. Kernaspekte dabei sind, die Zielgruppen einzubeziehen (Partizipation), sie zu stärkerer Eigenverantwortung zu befähigen (Empowerment) sowie langfristige Wirksamkeit zu erzielen (Nachhaltigkeit). Zur Umsetzung des Projekts werden 15 Pflegedienste bundesweit begleitet; sie erhalten u. a. praktische Unterstützung für die entsprechende partizipative Organisationsentwicklung. Flankierend sind öffentlichkeitswirksame Maßnahmen zur Vermittlung des Themas Sicherheitskultur in der Pflege vorgesehen.

Wer wirkt im Projekt mit?
Für die Umsetzung des Projekts engagieren sich Experten und Expertinnen aus Verbänden, Praxis und Wissenschaft in einem Steuerungskreis. Darüber hinaus wirken relevante Bundesverbände als Partner des Projekts mit:

  • Verbände der Pflegeanbieter
    − AWO Bundesverband e. V. (AWO)
    − Deutscher Caritasverband e. V. (DCV)
    − Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. (EWDE)
    − Deutsches Rotes Kreuz e. V. (DRK)
    − Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. (Der Paritätische)
    − Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e. V. (ABVP)
    − Arbeitsgemeinschaft Privater Heime und Ambulanter Dienste Bundesverband e. V. (APH)
    − Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege e.V. (B.A.H.)
    − Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen e. V. (bad)
    − Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
    − Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. (VDAB)
  • Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e. V. (DBfK)
  • Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS)

Wer ist im ZQP zuständig?
Katrin Havers, Projektleiterin im ZQP, E-Mail: katrin.havers@zqp.de

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