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Presse

Mehrheit der Deutschen für Stärkung des Ehrenamtes in der Pflege

By 5. Dezember 2013 No Comments

Tag des Ehrenamtes: Aktueller Themenreport des ZQP verdeutlicht die Potenziale freiwilligen Engagements in der Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen

Berlin, 05.12.2013. Etwa jeder dritte Bundesbürger bewertet das Ehrenamt in der Pflege als attraktiv. Zu diesem Ergebnis kommt der heute veröffentlichte Themenreport des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zu Rolle, Potenzialen und Erfolgsfaktoren des Ehrenamtes in der Pflege. Laut ZQP-Report haben die meisten Deutschen klare Vorstellungen davon, wie freiwillige Helfer in der Pflege eingesetzt werden sollten, nämlich in den Bereichen, für die Pflegefachkräfte und pflegende Angehörige oftmals zu wenig Zeit haben – der Bewältigung unterschiedlicher Alltagssituationen wie dem täglichen Einkauf oder hauswirtschaftlichen Arbeiten sowie der Freizeitgestaltung. Dagegen sind nur wenige der Meinung, dass Ehrenamtliche beispielsweise auch in der Fachpflege zum Einsatz kommen sollten. Ob und wie nachhaltig sich Menschen für ein Ehrenamt motivieren können, hänge für die Befragten maßgeblich von den Rahmenbedingungen wie festen Ansprechpartnern oder Angeboten zur Qualifizierung und Begleitung ab.

Anlässlich des heutigen internationalen Tags des Ehrenamtes fordert das ZQP daher, die Möglichkeiten des freiwilligen Engagements besser auszuschöpfen: „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung werden sich künftig immer weniger Pflegebedürftige auf ihre Familien verlassen können. Umso wichtiger ist es, die Potenziale des ehrenamtlichen Engagements gerade für die Alltagsbegleitung und den Erhalt der Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen zu nutzen“, so der Vorstandsvorsitzende des ZQP, Dr. Ralf Suhr.

Auch sprechen die Ergebnisse des Themenreports dafür, dass das Engagementfeld Pflege wachstumsfähig ist. So halten 71 Prozent der Deutschen eine Ausweitung des ehrenamtlichen Engagements in der Pflege für wünschenswert. In einer parallel durchgeführten Befragung von kommunalen Verwaltungskräften im Bereich Soziales und Pflege mahnen 82 Prozent der Interviewten hierfür stärkere politische Unterstützung an. Erst dann könnten sie attraktive Rahmenbedingungen, wie Angebote zur Qualifizierung, Vernetzung und Begleitung in den Kommunen aufbauen sowie Veranstaltungen zur öffentlichen Anerkennung und finanzielle Aufwandsentschädigungen sicherstellen.

Ein weiterer Bestandteil des Themenreports ist eine Sonderauswertung des Freiwilligensurveys 2009. Dieser gibt Auskunft darüber, welche Menschen sich in der Pflege ehrenamtlich engagieren. Dazu zählen häufig ältere, gut qualifizierte und im ländlichen Umland lebende Frauen. Außerdem betreuen viele freiwillige Helfer selbst einen pflegebedürftigen Angehörigen und sind gleichzeitig in weiteren ehrenamtlichen Bereichen tätig. Bezogen auf die Gruppe aller ehrenamtlichen Helfer in Deutschland engagieren sich knapp 2 Prozent in der Pflege.

Methoden und Vorgehensweise

Das ZQP hat für seinen aktuellen Themenreport „Freiwilliges Engagement im Versorgungsmix“ im Herbst 2012 beim Meinungsforschungsinstitut Forsa zwei Befragungen in Auftrag gegeben:

In der Umfrage wurden mittels einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe Motive und Barrieren für ein Engagement in der Pflege erhoben. Die Befragung wurde in der Zeit vom 21. bis 27. September 2012 mit 1011 repräsentativ ausgewählten Personen durchgeführt. Die Grundgesamtheit war die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahre, repräsentiert in einem Panel mit ca. 20.000 Personen. Als Erhebungsmethode kam die In-Home-Befragung per PC bzw. Set-Top-Box am TV Bildschirm zum Einsatz. Anschließend wurde die Personenstichprobe nach Region, Alter, Geschlecht und Bildung gewichtet.

In der zweiten Erhebung wurden Entscheider aus der kommunalen Pflege- und Sozialplanung dazu befragt, welchen Stellenwert die Stärkung des Engagements in der Pflege kommunalpolitisch hat, welche Maßnahmen aktuell von ihnen durchgeführt und für besonders zukunftsträchtig gehalten werden. Die Befragung der kommunalen Pflege- und Sozialplaner wurde in der Zeit vom 21. September bis 2. Oktober 2012 mit 100 zufällig ausgewählten Verantwortlichen für den Bereich Pflege und Pflegeplanung in Landkreisen, kreisfreien Städten sowie Groß- und Mittelstädten ab 20.000 Einwohnern erhoben (N=100). Die Interviews wurden als computergestützte Telefoninterviews (CATI) anhand eines strukturierten Fragebogens umgesetzt.

Die Sonderauswertung des Freiwilligensurveys 2009 (FWS) wurde im Auftrag des ZQP durchgeführt. Der Freiwilligensurvey ist das zentrale Instrument der Sozialberichterstattung zum freiwilligen Engagement in der Bundesrepublik Deutschland und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Bislang wurden insgesamt drei bevölkerungsrepräsentative querschnittliche Datenerhebungswellen in den Jahren 1999, 2004 und 2009 durchgeführt (N=15.000). Im Jahr 2009 wurden ca. 20.000 Personen befragt.

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Ansprechpartner

Torben Lenz
Telefon: 030 275 93 95 – 15
E-Mail: presse@zqp.de