wurde Ihrem Warenkorb hinzugefügt.

Presse

Potenziale des Ehrenamtes nutzen

Studie: Große Mehrheit der Bundesbürger befürwortet einen Ausbau des ehrenamtlichen Engagements in der Pflege / Pflegeplaner in den Kommunen fühlen sich von der Politik nicht ausreichend unterstützt.

Berlin, 07.05.2013. Aus Sicht der meisten Bundesbürger wird das Ehrenamt in der Pflege für die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen immer wichtiger. So halten 71 Prozent der Deutschen eine Ausweitung des ehrenamtlichen Engagements in der Pflege für wünschenswert. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Befragt wurden deutschlandweit 1011 Personen zur Rolle und zu den Potenzialen des ehrenamtlichen Engagements in der Pflege.

Laut ZQP-Studie bewerten 28 Prozent der Befragten ein Ehrenamt in der Pflege als attraktiv. Diejenigen, die ein freiwilliges Engagement in Betracht ziehen, würden einen Einsatz in der häuslichen Pflege bevorzugen. Dies spricht für noch ungenutzte Potenziale: „Eine Verstärkung der ehrenamtlichen Alltagsunterstützung würde dazu beitragen, die Versorgungs- und die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen zu verbessern“, betont Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Aber das ehrenamtliche Engagement ist nicht kostenlos zu haben: Ob und wie nachhaltig sich Menschen für ein Ehrenamt in der Pflege motivieren könnten, hinge maßgeblich von den Rahmenbedingen ab, so Suhr. Dazu gehören der ZQP-Umfrage zufolge für jeweils etwa die Hälfte der Befragten feste Ansprechpartner in niedrigschwelligen Anlauf- und Vermittlungsstellen, eine Anerkennungs- und Wertschätzungskultur, finanzielle Aufwandsentschädigungen sowie Qualifizierungsangebote. Auf die Frage, was am Engagement interessierte Menschen davon abhalten könnte, sich in der Pflege einzubringen, denkt eine deutliche Mehrheit an mögliche hohe psychische Belastungen und die Konfrontation mit Krankheit und Tod (71%).

Auch hinsichtlich der Kernaufgaben ehrenamtlicher Helfer haben die Umfrageteilnehmer klare Vorstellungen: Ehrenamtliche sollten demnach in den Bereichen tätig werden, für die Pflegefachkräfte und pflegende Angehörige oftmals zu wenig Zeit haben – der Bewältigung unterschiedlicher Alltagssituationen (80%), wie z. B. dem täglichen Einkauf oder hauswirtschaftliche Arbeiten sowie der Freizeitgestaltung beispielsweise mit Café-, Theater- und Kinobesuchen (79%). Dagegen sind nur etwa 30 Prozent der Meinung, dass Ehrenamtliche beispielsweise auch in der körperorientierten Fachpflege zum Einsatz kommen sollten.

Ergänzend zur Bevölkerungsumfrage hat das Forsa-Institut im Auftrag des ZQP eine weitere Untersuchung zu Potenzialen des Ehrenamts durchgeführt. Befragt wurden 100 Entscheider aus der kommunalen Sozial- und Pflegeplanung. Auch die kommunalen Entscheider sehen Handlungsbedarf. Demnach sehen 95 Prozent die Förderung des ehrenamtlichen Engagements als eine zentrale Aufgabe der kommunalen Sozial- und Pflegeplanung. Gleichzeitig betonen 82 Prozent der Befragten, sich bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe von der Politik allein gelassen zu fühlen. Für besonders erfolgsversprechend wird auch hier die gezielte Ausweitung von Qualifizierungsmaßnahmen, Unterstützungsstrukturen sowie finanzielle Aufwandsentschädigung gesehen.

Download

Pressemitteilung als PDF

Ansprechpartner

Torben Lenz
Telefon: 030 275 93 95 – 15
E-Mail: presse@zqp.de