Arbeits- und Schulungsmaterial

Praxisleitfaden für Gewaltschutzkonzepte in Pflegeheimen

Gewalt in der Pflege ist ein relevantes Problem – auch in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege. Systematisch und partizipativ entwickelte organisationsbezogene Gewaltschutzkonzepte können zur Gewaltprävention beitragen. Sie helfen unter anderem dabei, Risiken für Gewalt in Pflegeorganisationen zu erkennen und Maßnahmen zur Prävention nachhaltig umzusetzen. Um stationäre Pflegeeinrichtungen bei der Entwicklung und Implementierung zu unterstützen, stellt das ZQP einen Praxisleitfaden kostenlos zur Verfügung.

 

 

Kurz zusammengefasst

  • Organisationsbezogene Gewaltschutzkonzepte tragen zur Gewaltprävention in der stationären Langzeitpflege bei.
  • Der ZQP-Praxisleitfaden unterstützt Pflegeeinrichtungen bei der partizipativen Entwicklung und Umsetzung.
  • Der Leitfaden umfasst u. a. Basiswissen, Praxistipps, ein Check-up zur Risikoanalyse sowie eine Mustervorlage für ein Gewaltschutzkonzept.
  • Er ist frei zugänglich und kann direkt heruntergeladen und genutzt werden.

Wieso sind organisationsbezogene Gewaltschutzkonzepte wichtig?

In Einrichtungen der stationären Langzeitpflege kommt es nicht selten zu Konflikten bis hin zu Gewalt. Das Schadenspotenzial ist erheblich – und wirksame Prävention ist daher hochrelevant. Gewalt in Pflegeeinrichtungen kann in vielfältiger Weise und verschiedenen Konstellationen auftreten. Wirksame Maßnahmen zur Gewaltprävention müssen daher umfassend und einrichtungsspezifisch ein.

Eine zentrale Grundlage dafür bildet die Entwicklung und Implementierung eines organisationsbezogenen Gewaltschutzkonzepts. Hierbei steht der Einfluss der Organisation auf die Entstehung von Gewalt sowie den Umgang damit, etwa durch ihre Kultur, Strukturen und Prozesse, im Fokus.

Organisationsbezogene Schutzkonzepte zielen darauf ab, Risikofaktoren für Gewaltvorkommnisse systematisch einrichtungsspezifisch zu reflektieren sowie bedarfsgerecht und nachhaltig Maßnahmen zur Gewaltprävention in der Einrichtung zu implementieren.

Was ist bei der Entwicklung und Implementierung eines organisationsbezogenen Gewaltschutzkonzepts zu beachten?

Ein organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept soll die individuellen Rahmenbedingungen der Einrichtung sowie die Bedürfnisse und Bedarfe der Menschen, die dort leben und arbeiten, berücksichtigen. Bei der Entwicklung und Implementierung ist die aktive Partizipation von Personen aus allen Bereichen der Organisation wichtig, etwa Mitarbeitende aus der Versorgung und Verwaltung sowie Bewohnerinnen und Bewohnern. Dies ermöglicht es, die verschiedenen Perspektiven zu berücksichtigen und fördert Akzeptanz, Motivation sowie eine nachhaltige Verankerung. Zudem ist ein gezieltes Vorgehen wesentlich. Dazu gehört unter anderem die Durchführung einer Risikoanalyse, das heißt die systematische Reflexion von Risikofaktoren für Gewaltvorkommnisse in der Einrichtung. Wesentliche Aspekte sind zudem klare Zuständigkeiten und Verfahrensanweisungen, qualifizierende Maßnahmen, Anpassung von Strukturen und Prozessen sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzepts.

Bei der Realisierung des Entwicklungs- und Implementierungsprozesses kann die Orientierung am Gesundheitsförderungsprozess gemäß GKV-Leitfaden Prävention hilfreich sein – von der Bedarfserhebung über die Planung und Umsetzung bis zur Evaluation.

Um stationäre Pflegeeinrichtungen bei der Entwicklung von Gewaltschutzkonzepten entsprechend zu unterstützen, hat das ZQP einen Praxisleitfaden erarbeitet.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen für die professionelle Pflege rund um das Themenfeld Gewalt und Gewaltprävention in der Pflege sind hier zusammengestellt:

Was bietet der Praxisleitfaden?

Der Praxisleitfaden dient als Hilfsmittel für die fachlich-konstruktive Auseinandersetzung mit dem Phänomen Gewalt in Pflegeeinrichtungen und deren Prävention sowie der partizipativen Entwicklung und nachhaltigen Implementierung eines organisationsbezogenen Gewaltschutzkonzepts. Adressaten sind insbesondere Leitungspersonen, Beauftragte für Qualitätsmanagement und Gewaltprävention sowie Teams, welche ein Gewaltschutzkonzept für ihre Einrichtung erarbeiten.

Inhalte des Leitfadens

Glühbirne, in der ein

1/5

Wissen

Informationen zu Formen, Konstellationen sowie Risikofaktoren für Gewalt in stationären Pflegeeinrichtungen

mehrere Hände berühren bunte Zahnräder

2/5

Praxistipps

Tipps zum Vorgehen zur partizipativen Entwicklung eines Gewaltschutzkonzepts

Hand hält en Tablet, auf dem eine Checkliste zu sehen ist

3/5

Risikoanalyse

Check-up zur systematischen Reflexion wissenschaftsbasierter Risikofaktoren in der Einrichtung

Hand stoppt rote Pfeile als Symbol für Gewalt

4/5

Maßnahmen

Anregungen für Maßnahmen zur Gewaltprävention

5/5

Musterkonzept

Muster für ein organisationsbezogenes Gewaltschutzkonzept

Praxisleitfaden herunterladen

Hier finden Sie den Praxisleitfaden zur Entwicklung von Gewaltschutzkonzepten für stationäre Pflegeeinrichtungen. Er kann kostenfrei heruntergeladen und verwendet werden. Wenn Sie ihn einsetzen, weisen Sie bitte in Ihrem Dokument darauf hin.

Hinweis: Bitte beachten Sie die Informationen zur Verwendung von ZQP-Angeboten.

Wie wurde der Praxisleitfaden entwickelt?

Der Leitfaden wurde auf Grundlage der Ergebnisse des wissenschaftlichen Projekts „Entwicklung eines Muster-Rahmenkonzeptes zur Gewaltprävention in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen“ (Kurztitel: EMeRGe) des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) und des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln entwickelt. Wesentlich war hierbei die Erstellung einer wissenschaftlichen Literaturstudie zu Risikofaktoren für Gewalt und bestehenden Schutzkonzepten sowie die Durchführung von Workshops mit Expertinnen und Experten aus Pflegepraxis, Verwaltung und Forschung. Hieraus folgte die Erarbeitung des Praxisleitfadens entsprechend den Prinzipien des ZQP-Methodenstandards zur Erstellung wissenschaftsbasierter und praxisorientierter Pflegeinformationen.

Weitere Materialien

Gewaltprävention in der Pflege ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt des ZQP. Hier finden Sie eine Übersicht aktueller Angebote zum Thema.

Das Arbeits- und Schulungsmaterial für die professionelle Pflege bietet Wissen und praxisbezogene Anregungen zur Prävention von Gewalt. Es kann zum Beispiel in Schulungen, Fortbildungen oder in der Pflegeausbildung eingesetzt werden.

Zum Material

Der Sammelband bietet einen kompakten Überblick zu aktuellen Erkenntnissen aus Forschungs- und Praxisprojekten zum Phänomen Gewalt in der stationären Langzeitpflege in Deutschland. Der Band bietet damit eine Wissensgrundlage zum Beispiel in Ausbildung und Studium, Gesundheitspraxis oder Verwaltung.

Zum Report

Der Ratgeber bietet konkrete Anregungen zum Umgang mit Aggressionen und zur Vorbeugung von Gewalt für pflegende Angehörige. Er kann auch in Beratungsstellen, Pflegeeinrichtungen und Kliniken zum Einsatz kommen.

Zum Ratgeber

Der Kurzratgeber fasst wichtige Informationen zur Gewaltprävention und zum Schutz älterer pflegebedürftiger Menschen zusammen. Er kann zum Beispiel zur Beratung von Angehörigen oder in Pflegeeinrichtungen genutzt werden.

Zum Kurzratgeber

Die Kurzfilme geben einen kurzen Überblick, wie Gewalt in der Pflege sowie bei Menschen mit Demenz vorgebeugt werden kann und wo man Hilfe findet.

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Pflege-CIRS

Das Pflege-CIRS ist ein frei zugängliches anonymes Berichts- und Lernangebot zu kritischen Ereignissen in der professionellen Langzeitpflege älterer Menschen.

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Zuletzt aktualisiert: 29.01.2026 Nächste vollständige Überarbeitung: